Auto bei Copart aus dem Ausland kaufen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Copart verkauft jedes Jahr Hunderttausende Fahrzeuge, doch die meisten Lose sind nur für lizenzierte Käufer zugänglich. So kommt ein Käufer außerhalb der USA tatsächlich vom Auktionslos bis zur eigenen Einfahrt.

Copart ist die größte Online-Fahrzeugauktion Nordamerikas. Zu jedem Zeitpunkt stehen dort weit über 100.000 Lose zum Verkauf – Versicherungsfälle, Rückläufer von Autovermietungen, Flotten- und Bankrückläufer und überraschend viele saubere, nur leicht beschädigte Fahrzeuge. Für Käufer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist das einer der günstigsten Wege zu einem jungen Fahrzeug. Gleichzeitig kann ein unbedachter Kauf dort teurer werden als ein Auto vom heimischen Händler. Diese Anleitung zeigt den Ablauf so, wie wir ihn für unsere Kunden umsetzen.
1. Warum Sie ein Broker-Konto brauchen
Viele Copart-Lose sind lizenzierten Händlern vorbehalten, und praktisch jedes Los setzt einen registrierten Käufer aus den USA oder Kanada mit hinterlegter Kaution voraus. Ein Broker wie 7 Motors bietet unter seiner eigenen Lizenz in Ihrem Auftrag. Sie erhalten Zugang zum gesamten Angebot einschließlich der Händlerlose und müssen weder eine US-Firma noch ein US-Bankkonto eröffnen.
Die aktuellen Lose können Sie selbst in unseren Angeboten durchsuchen – jedes Los zeigt Fotos, Schaden, Laufleistung, Auktionstermin und die geschätzten Gesamtkosten bis in Ihr Land.
2. Das richtige Los wählen, nicht das billigste
Der Preis auf der Losseite ist nur der Ausgangspunkt. Bevor Sie sich für ein Auto entscheiden, prüfen Sie:
- Primär- und Sekundärschaden. „Minor dents/scratches“ und „Hail“ sind meist kosmetisch; „Front end“ kann alles bedeuten – vom Stoßfänger bis zum verzogenen Längsträger.
- Fahrbereitschaft. „Run & Drive Verified“ heißt nur, dass das Auto bei der Anlieferung angesprungen ist und gefahren ist – nicht, dass es verkehrssicher ist.
- Title-Typ. Clean, Salvage und Certificate of Destruction werden beim Export und bei der Zulassung in Ihrem Land sehr unterschiedlich behandelt. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu US-Title-Typen.
- Schlüssel und Tachostand. Fehlende Schlüssel kosten extra; ein Tachostand mit dem Vermerk „Not Actual“ oder „Exempt“ drückt den Wiederverkaufswert.
- Standort. Der Auktionsplatz bestimmt die Kosten des Landtransports und den Hafen, von dem aus das Auto verschifft wird.
3. Das Los vor dem Gebot prüfen lassen
Die Fotos stammen von der Auktion und zeigen längst nicht alles. Lose in der Nähe unserer Standorte in Pennsylvania und Montreal begutachten wir selbst, anderswo arbeiten wir mit Partnergutachtern. Zusätzlich ziehen wir die VIN-Historie (Carfax / AutoCheck), um frühere Unfälle, Überschwemmungsschäden und Tachostände zu sehen. Dieser Schritt bewahrt Kunden regelmäßig vor einem Flutwagen oder einem bereits instand gesetzten Totalschaden. Details finden Sie bei unserer Begutachtung.
4. Ein festes Maximalgebot festlegen
Rechnen Sie rückwärts von dem Betrag, den das Auto in Ihrem Land keinesfalls überschreiten darf. Zu den Gesamtkosten gehören:
- das Zuschlagsgebot;
- Käufer- und Online-Gebühren von Copart (sie steigen mit dem Preis – bei einem Auto für 10.000 USD sind mehrere Hundert Dollar realistisch);
- der Transport vom Auktionsplatz zum Hafen;
- Seefracht und Versicherung;
- Einfuhrzoll und Einfuhrumsatzsteuer sowie die Zulassungskosten in Ihrem Land;
- Reparaturkosten, falls das Auto beschädigt ist.
Unser Kostenrechner und der Rechner auf jeder Losseite erledigen diese Kalkulation für Ihr Land. Anschließend bieten wir bis zu Ihrem Limit – niemals darüber.
5. Der Auktionstag
Copart arbeitet mit einer Vorgebotsphase und einer anschließenden Live-Online-Auktion. Die meisten begehrten Lose werden in den letzten Sekunden der Live-Auktion entschieden. Wir platzieren Ihr Gebot in der Live-Auktion und melden Ihnen das Ergebnis noch am selben Tag – ob Zuschlag oder nicht.
6. Zahlungs- und Abholfristen
Nach dem Zuschlag erwartet Copart die Zahlung innerhalb weniger Werktage und berechnet Standgeld, wenn das Auto nicht rechtzeitig abgeholt wird. Wir bezahlen die Auktion, beauftragen einen lizenzierten Transporteur und nehmen den Title entgegen. Sie zahlen an uns mit einer einzigen Überweisung auf eine Rechnung, in der jede Position aufgeführt ist.
7. Export, Versand und Verzollung
Das Auto kommt auf unseren Hof oder direkt zum Hafen, wird fotografiert, in einen Sammelcontainer verladen (oder per RoRo verschifft) und mit einer elektronischen Ausfuhranmeldung für den Export abgefertigt. Nach Deutschland rechnen Sie von Tür zu Tür mit etwa 4–6 Wochen, nach Österreich und in die Schweiz mit etwa 5–7 Wochen. Häfen, Laufzeiten, Zoll und Steuern finden Sie auf der Versandseite für Deutschland. Was nach der Ankunft für die Zulassung nötig ist, erklärt unser Beitrag zur Einzelabnahme nach §21 StVZO.
Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Auf ein Los bieten, ohne zu prüfen, ob der Title-Typ in Ihrem Land zulassungsfähig ist.
- Die Käufergebühren vergessen – sie sind im angezeigten Gebot nicht enthalten.
- Einen weit entfernten Auktionsplatz wählen, um 300 USD beim Gebot zu sparen, und dann 900 USD mehr für den Landtransport zahlen.
- Annehmen, dass „Run & Drive“ gleichbedeutend mit „technisch einwandfrei“ ist.
Sollen wir für Sie suchen?
Nennen Sie uns Marke, Modell, Budget und Zielland. Innerhalb von 24 Stunden stellen wir passende Lose zusammen, prüfen sie und bieten innerhalb Ihres Limits. Sie zahlen nur, wenn wir den Zuschlag erhalten.

